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Stop or go - Risikomanagement bei der Skitour

Stop or go

Stop or go - Risikomanagement SkitourStop or go ist eine Strategie zur Vermeidung von Lawinenunfällen im freien Skiraum. Mit Hilfe von zwei Checks soll der Tourenskigeher bei der Entscheidung, ob er weitergehen oder umkehren soll, unterstützt werden. Denn nur die Lawinenwarnstufen zu kennen, ist im freien Gelände zu wenig.

Beim Check 1 werden die Lawinenwarnstufe sowie auch die Hangneigung und das Gelände der ausgewählten Tour überprüft.

Gefahrenstufe

Die Europäische Lawinengefahrenstufenskala (1-5) gibt Auskunft über die Gefahr der Auslösung einer Lawine sowie die zu vermeidenden Steilhänge und Expositionen. Der Lawinenlagebericht gibt zusätzliche Informationen zu lokalen gefährlichen Gebieten.

Hangneigung / Gelände

Die Hangneigung steht in einem wichtigen Zusammenhang mit der Lawinengefahr, weshalb bei der Beurteilung der Hangsteilheit immer größere Geländebereiche berücksichtigt werden müssen. Zur Bestimmung der Hangneigung misst man die steilste Stelle des Hanges über 20 Höhenmeter. Übrigens: Die durchschnittliche Steilheit von Skifahrerlawinen liegt knapp unter 40°.
Je größer die Lawinengefahr ist, umso größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass in mäßig steilem Gelände Lawinen ausgelöst werden („Fernauslösung“).

Beim Check 2 werden die Punkte Neuschnee, Triebschnee, Setzungsgeräusche/-risse und starke Durchfeuchtung überprüft. Dabei stellt sich immer die Frage: Gefährlich für mich?

Neuschnee

Damit meint man den Schneefall der letzten drei Tage, welcher normalerweise einen Anstieg der Lawinengefahr zur Folge hat. Entscheidend für die Gefahrenzunahme sind aber nicht nur die Menge, sondern auch die Bedingungen wie Wind, Temperatur und der Zustand der Altschneedecke. Somit variiert die „kritische Neuschneemenge“ bei den unterschiedlichen Bedingungen: Unter ungünstigen Bedingungen beträgt sie 10 – 20 cm, unter mittleren Bedingungen 20 – 30 cm und unter günstigen Bedingungen 30 – 50 cm. 
Günstige Bedingungen: Schwacher oder kein Wind, Temperatur wenig unter 0°C, regelmäßig befahren.
Ungünstige Bedingungen: Starker Wind, tiefe Temperaturen (unter -8°C), Schmelzharsch, Reif, wenig befahren.

Frischer Triebschnee

Der Wind transportiert den Schnee von Luv (dem Wind zugewandt) nach Lee (dem Wind abgewandt). Somit bildet sich Triebschnee, der besonders störanfällig ist. Charakteristisch ist vor allem eine matte und „gespannte“ Oberflächenstruktur. Daher ist es absolut notwendig, Windzeichen zu erkennen!

Setzungsgeräusche / -risse, frische Lawinen

Sogenannte „Wumm-Geräusche“, also Setzungsgeräusche, und / oder Setzungsrisse in der Schneedecke sind ein eindeutiges Alarmzeichen sowie ein Hinweis für eine zumindest erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3).
Spontane und frische Schneebrettlawinen sind typische Anzeichen für eine große Lawinengefahr (Stufe 4).

Starke Durchfeuchtung

Durch Regen, intensive Sonneneinstrahlung und tageszeitliche Erwärmung findet ein Feuchtigkeitsverlust in der Schneedecke statt, was zu einer drastischen Ansteigung der Lawinengefahr führt. Dieses Szenario findet man vor allem im Frühjahr.
Achtung: Bei starker Durchfeuchtung gilt das Merkmal „stark verspurt“ nicht als Sicherheitsfaktor und ist somit kein Indiz zum Weitergehen.

Neben den möglichen Gefahrenquellen gibt es ebenso Go-Faktoren, die ein Indiz für Sicherheit sind und somit das Weitergehen ermöglichen. Dazu zählen das Merkmal „stark verspurt“, Wald, Schmelzharsch und lawinensichere Geländeformen.

Stark verspurt

Zahlreiche ineinander laufende Spuren bilden einen Korridor, bei dem man keine neue Spur ziehen kann, ohne dass eine andere berührt wird. Nur innerhalb dieses Korridors herrscht eine relative Sicherheit.
Achtung: Gilt nicht bei starker Durchfeuchtung!

Wald

Keinen Schutz vor Lawinen bieten einzelne Bäume oder lichter Wald. Ein Sicherheitsindiz sind nur geschlossene, dicht bestockte Waldflächen.

Schmelzharsch

In klaren Nächten entsteht aus Sulzschnee („Firn“) ein tragfähiger Schmelzharsch, welcher Garant für eine große Stabilität der Schneedeck ist. Durch die Erwärmung im Tagesverlauf geht dieser Schutz wieder verloren, weshalb ein früher Aufbruch sowie die rechtzeitige Abfahrt besonders im Frühjahr von großer Bedeutung sind.

Lawinensichere Geländeformen
Dazu zählen schneefreie Grate sowie abgeblasene Rücken.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Gruppendynamik. Herrscht übermäßige Euphorie oder abrupte Stimmungswechsel? Wie hoch sind Erwartungsdruck und Konkurrenzkampf? Gibt es eine unklare Verantwortungslage, weil niemand Entscheidungen treffen will? Befindet man sich in vertrauter Umgebung, wo man weniger Vorsicht gibt? Beantworten Sie sich diese Fragen immer wieder und Sie haben eine weitere Entscheidungshilfe bei stop or go.

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